Expedition patagonisches Inlandeis 2009

Okt 19

Eintrag #13

Publiziert am 00:02
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Heute war es nun gleich mehrfach soweit. Nachdem wir am Morgen die
letzte Last von unserem gemütlichen Camp am See zum gestern angelegten
Depot getragen hatten, kam die Pulka zum ersten Mal zum Einsatz.

Wir haben die Schneegrenze erreicht. Ich dachte doch tatsächlich, dass
nun alles einfacher werden würde. Allerdings war das ein Trugschluss.
Ständig geht es rauf und runter, häufig ist die Schneedecke
unterbrochen, und wir müssen wieder alles umpacken oder die Pulka als
Ganzes tragen.

Bild harterjob: Der Schnee, durch den wir unsere Pulka ziehen, ist weich
und tief. Es erfordert auch das letzte bisschen Kraft, die 65 Kilo
schwere Pulka einen solchen Hang rauf zu ziehen.

Oft genug ging es nur zu zweit. Trotzdem kamen wir gut voran. Gestern
und heute sind wir zusammen sechs Kilometer gelaufen. Seit Beginn der
Tour kommen wir auf 12,9 Kilometer. Wenn wir die gesamte Strecke
zusammen nehmen, die wir mit allem Hin- und Herlaufen hinter uns
gebracht haben, so bringen wir es auf 42,5 Kilometer. Alles Luftlinie!
Georg rechnet sowas sehr akribisch aus. Er ist als Eiswüstendurchquerer
ganz auf das Vorwärtskommen programmiert. Wenn ich wissen möchte, wie
weit es von da nach dort ist, schaltet Georg unser GPS ein und 30
Sekunden später hab ich die Antwort. Entfernungen faszinieren ihn. Und
das muss hier wohl auch so sein.

Nach zwei Stunden abwechselndem Pulkaziehen und Pulkatragen und einem
anstrengenden Abstieg haben wir gegen Abend endlich den Eisrand erreicht
und dann auch bald unser Lager eingerichtet.

Bild ersteseiscamp: Unser erstes Camp auf dem Eis des Jorge-Montt-
Gletschers. Es ist sicher eines der ungemütlichsten Lager, welches ich
je aufgeschlagen habe. Es regnet seit 10 Stunden in Strömen. Und es
stürmt dazu.

Für Georg war die Ankunft auf dem Eis sicher einer der Höhepunkte auf
dieser Tour. Er war total aus dem Häuschen und hätte, anstatt zu
biwakieren, am liebsten gleich die Segel ausgepackt. Aber mit Segeln
wird das auch in den nächsten Tagen wohl nichts werden. Erst wenn wir
oben auf dem Eisplateau aus der Spaltenzone heraus sind, dann können wir
die Parawings einsetzen. Doch das wird voraussichtlich noch vier oder
fünf Tage dauern.

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Today we had quite some premiers:
We reached the snow level and we could use our pulkas the first time!
We thought everything goes easier from now on but we are far out of that: the snow is soft and deep, it’s going up and down, sometimes the snow is gone and we have to carry the pulka …

Nevertheless we are moving forward more and more. Today we made 6 km - that means a total distance of 13 km from the beginning. If we add all the km we went back and forth it would be 42,5 km – airline distance! Georg really likes to calculate stuff like that!

After 2 Hours of pulling and carrying the heavy pulka we finally reached the edge of the Icefield and made camp. It was a real highlight for Georg and he was so excited that he wanted to unpack the sails and just go further instead of making camp. But it looks like that it will take another 4 to 5 days until we can use the parawings, we have to get out of the crevasse zone first.

Picture left: First camp at the Icefield of the Jorge Montt Glacier and it’s not really comfortable: 10 hours of rain and heavy storm
Picture right: Tough job: it takes all the strength to pull the 65kg heavy pulka up hill
  • Name: Erstes_ Camp_auf_dem_ Eis
  • Höhe: +450 m
  • Breitengrad: 48° 211South
  • Längengrad: 73° 3110West

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